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Sossusvlei - Ein Meer aus Dünen
Das Sossusvlei ist eine große Lehmsenke am Ende des Tsauchabflusses umgeben von bis zu 300 m hohen Dünen.
Die Überflutung der Senke, welche durchschnittlich alle 10 Jahre stattfindet, bildet die Grundlage für
eine spärliche Vegetation bestehend aus Salsolabüsche und Kameldornakazien Es gibt verschieden geformte
Dünen, wie Stern- und Sicheldünen, deren Entstehung durch Bodenhindernisse erzwungen werden. Im Sossusvlei bläst ein
beständiger Wind, dessen Richtung die Düne formt und wandern lässt. Viele Dünen sind versteinert, da
Regen den Sand verdichtet. Die rötliche Farbe variiert mit dem Anteil Eisenoxids im Sand. Der Sand ist
abgetragenes Sediment der Flüsse.
Wir brachen morgens zeitig vom Betesda Restcamp mit der Hoffnung auf in Sesriem noch einen Zeltplatz zu
ergattern. Leider waren die Bemühungen völlig umsonst. Der Campingplatz war komplett ausgebucht (hauptsächlich
von Overlandern). Wir bekamen dann einen Platz auf dem Gelände neben der Tankstelle zugewiesen,
die nächtliche Unterhaltung durch den Dieselgenerator war inklusive.
Gegen 10 Uhr starteten wir auf holprigen Pfaden in Richtung Sossusvlei. Um diese Uhrzeit war das Sonnenlicht
allerdings nicht mehr so schön zum Fotografieren, außerdem sorgte der starke Wind an diesem Tag für
etwas dunstige Luft. Nach wenigen Kilometern erreichten wir die Elim-Düne, eine leicht begehbare Düne mit
großen Grasbüscheln sowie nach 45 km linker Hand die berühmte Düne 45. Den weiteren Weg
begleiteten uns rechter Hand die riesigen 5 Star-Dünen. 5 km vor dem Sossusvlei befindet sich der Parkplatz
für die 2-Rad angebtriebenen Fahrzeuge. Man kann die letzten Meter laufen oder die 80,- Nam$ für den Hin-
und Rücktransport mit einem Taxi bezahlen. Das Taxi ist unbedingt empfehlenswert, da es Kräfte spart. Die
späteren Wanderungen im Sossusvlei sind anstrengend genug.
Im Sossusvlei angekommen begaben wir uns auf den ca. ½ stündigen "Wanderweg" durch schweren Sand in das
benachbarte Deadvlei. Wir waren im "tiefsten" Winter, Ende Juni unterwegs und es war trotzdem sehr heiß und anstrengend.
Ich persönlich möchte die Tour nicht im Januar in der größten Mittagshitze laufen! Das Deadvlei, eine durch Sandaufschüttung vom periodischen
Wasserstrom abgeschnittene Lehmsenke, ist nicht minder sehenswert als das weltbekannte Sossusvlei.
Auch im Deadvlei gab es früher Vegetation, welche heute nur noch in Form alter abgestorbener
Kameldornbäume vorhanden ist. Die Reste dieser alten und knochigen Kameldornbäume vor dem Hintergrund der
riesigen Dünen und dem weissen Boden der Lehmsenke geben ein beliebtes Fotomotiv.
Am Rande des Deadvlei befindet sich mit 350 m die höchste Düne in diesem Gebiet. Der Versuch die Düne
hochzuklettern ging bei mir, obwohl ich relativ sportlich bin, an die körperlichen Grenzen. Das Stativ als
Wanderstock benutzend, versuchte ich Schritt für Schritt hoch zu kriechen. Ca. 20 m unterhalb des Gipfels gab
ich auf, da die relativ schlechte Sicht aufgrund des Sandsturms die Mühe nicht wert waren. Dünen sollten
immer über den Dünenscheitel erklommen werden, alles andere ist aussichtslos. Versuche den Hang hochzuklettern
scheitern, da man 1 Schritt vor und 2 Schritte zurück macht. Zurück im Sossusvlei waren die umgebenden Dünen
weniger schwierig zu besteigen und man hatte einen schönen Blick auf das Vlei.
Mit einem der letzten Fahrzeuge fuhren wir zum Parkplatz und ließen uns von dort aus sehr viel Zeit mit der
Rückfahrt. Die Dünen wirkten jetzt in der späten tiefstehenden Nachmittagssonne sehr plastisch und waren schön
anzusehen. Kurz vor dem Parkausgang sahen wir noch Oryxantilopen, Sprinböcke, Strauße und einen Schabrackenschakal.
Am nächsten Morgen starteten wir noch einmal zu einer Tour Richtung Sossusvlei, um die Dünen im Morgenlicht zu
sehen und zu fotografieren. Der Eindruck war ein ganz anderer als am vorangegangenen Abend und auch der Sturm
hatte sich inzwischen gelegt.
Bevor wir Richtung Swakopmund aufbrachen, statten wir noch dem Sesriem Canyon einen Besuch ab. Der Sesriem
Canyon befindet sich unweit vom Campingplatz, der Weg dahin ist ausgeschildert (vor dem Nationalpark-Tor nach
links). Hier hat sich der Trockenfluß Tsauchab vor 3 Millionen Jahren tief in die Ebene eingegraben.
Sechs Ochsenriemen waren nötig, um das Wasser aus den Tiefen des Canyons zu schöpfen, daher der Name
Sesriem = sechs riemen. Der Canyon ist nicht sehr lang (1 km) und kann ihn in ca. 1/2 Stunde erwandert werden.
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