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Lüderitz

Lüderitz, das nach dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz benannte Städtchen am Meer liegt 350 km westlich von Keetmanshoop und zählt heute 20.000 Einwohner. Lüderitz gilt als Gründerstadt Namibias. Besonders auffällig sind die farbenprächtig renovierten Häuser, im Jugend- und im wilhelminischen Stil, aus der Kolonialzeit. Zu den Haupteinnahmequellen zählen Diamantenabbau, Fischerei und der Tourismus.

In Lüderitz angekommen, mussten wir uns erst einmal nach einer Unterkunft umsehen und versuchten unser Glück auf der Halbinsel Shark Island im staatlichen Resort. Leider waren alle Bungalows ausgebucht und zum Zelten ist dieser Platz wirklich nicht geeignet. Das Zelt würde einem bei diesem stürmischen Seewind um die Ohren fliegen. Als Alternative buchten wir uns bei einem netten älteren Ehepaar in der Pension Waterkant ein.

Auf einem anschließenden Spaziergang durch Lüderitz kann man einen Hauch der vergangenen Zeit erleben. Die alten farbenprächtigen Gebäude mit der Aufschrift "Lesesaal" oder "Turnhalle" erinnern an Deutschland zur Jahrhundertwende. Besonders sehenswert ist auch die nach Eisenacher Vorgaben entstandene Felsenkirche, welche hoch oben auf einem, wie der Name schon sagt Felsen, die Stadt überragt. Ein schönes Beispiel aus der Jugendstilzeit ist das blau-gelb getünschte Goerke-Haus wenige Meter unterhalb der Felsenkirche. Es dient als Herberge für prominente Gäste und kann tagsüber besichtigt werden. Steht man auf der Anhöhe an der Felsenkirche und überschaut bei pfeifenden Wind das bunte Städtchen mit den angrenzenden lebensfeindlichen Wüstengebieten, kommt einem die Szene sehr bizarr vor.

Da die Stadt zu Fuß relativ schnell zu erschließen ist, unternahmen wir vor Sonnenuntergang noch einen Ausflug zum Agathe Beach. Auf der Fahrt Richtung Agathe Beach passiert man abseits der schmucken Häuschen im Stadtinnern die weniger farbenprächtigen Behausungen der schwarzen Bevölkerung, sowie einen kleinen Brackwassersee mit Flamingos auf Nahrungssuche. Der Agathe Beach ist ein weitläufiger Sandstrand vor den Toren der Stadt. Hier können (mit Erlaubnis) Sandrosen gesammelt werden. Auf den ersten Blick lädt das Meer zum Baden ein. Bei Temperaturen von zumeist unter 18 °C verkneift man sich das lieber. Zum Abendessen gingen wir ins Nesthotel. Besonders Fischgerichte sind hier wie auch später in Swakopmund sehr empfehlenswert.

Für den nächsten Morgen hatte uns die ältere Dame von der Pension Waterkant eine Segelfahrt auf dem Gaffelschoner "Sedina" vermittelt. Die Fahrt führte uns, zeitweise von 3 Benguela Delphinen begleitet, vorbei an Shark Island nach Halifax Island zu den Kolonien der Brillenpinguine. Leider kann man nicht an Land gehen und muss die Fotos relativ weit entfernt von wackliger See aus schießen. Die Fahrt ist recht lang und auf jeden Fall ihr Geld wert, allerdings war der starke Wellengang und stürmische Wind nur etwas für abenteuerliche Naturen.

Nachmittags besuchten wir noch die Geisterstadt Kolmanskuppe, einige Kilometer außerhalb von Lüderitz. Es ist nicht notwendig eine geführte Tour zu buchen. Man kann genau so gut am Eingang bezahlen und alles zu Fuß erkunden. Die alten Häuser sind aufgrund des Wüstenklimas noch recht gut erhalten, auch wenn die Dünen sich ihr altes Terrain nach und nach zurückerobern. Gut erhalten sind z.B. Casino, Küche oder Turnhalle samt Inventar. Es gibt auch ein Haus für den Lehrer bzw. für weitere wichtige Persönlichkeiten des damaligen Lebens in der Stadt.

 

Lüderitz
 
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Felsenkirche

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Kolmannskuppe

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Gaffelschoner Sedina