Gepardenfarm Otjitotongwe
Einer unserer schönsten Zwischenstopps auf der Namibia-Reise war der Besuch der Gepardenfarm bei
Otjitotongwe. Da ich in Namibia unbedingt Geparden sehen wollte, entschlossen wir uns einen Tag auf
dieser Farm zu verbringen. Die Gepardenfarm bei Otjitotongwe hat sich dem Schutz der wildlebenden
Geparden verschrieben und trägt damit im Gegensatz zu den auf Jagd und Viehaltung ausgerichteten übrigen Farmen
in Namibia zur Erhaltung dieser wunderschönen Raubkatzen bei.
Für Geparden sind Rinder und Schafe eine willkommene
Abwechslung auf dem Speiseplan, und so entstand mit der kompletten Besiedlung der Landfläche ein unüberwindbarer Konflikt zwischen Gepard und Mensch. Doch wohin mit den Tieren?
Bereist man das Land, wird man schell feststellen, dass sämtliche Flächen
mit Weidezäunen eingegrenzt sind und somit als Lebensraum für die Raubkatzen theoretisch entfallen. In der Praxis finden die Geparden den Weg durch den Zaun auf die
Farm und reißen dort das eine oder andere Schaf oder Kalb und werden zum Feind der Menschen. Auf der Otjitotongwe Farm leben sie zwar
nicht in absoluter Freiheit, dafür aber in großzügigen Freigehegen und sicher vor der Gewehrkugel
des Nachbarn.
Die Farm finanziert sich aus eigenen Mitteln. Nach Angaben des Besitzers werden sämtliche Einnahmen
aus dem Tourismus für den Gepardenschutz verwendet. Tierpatenschaften können übernommen werden.
Die Unterkünfte in Form kleiner Rundhütten liegen ca. 2 km entfernt vom Haupthaus mitten im Busch
verstreut. Eine Nach kostet 1.600.00 Nam$ (ab 2004) für das Doppelzimmer inklusive Halbpension. Ein kleiner
Campingplatz ist ebenfalls angeschlossen.
Die Rundfahrt zu den Geparden startet um 15 Uhr an der Unterkunft. Auf der Ladefläche eines
Geländewagens geht es dann zum Haupthaus der Familie, in deren Garten 5 zahme Tiere leben. Die
Geparden kommen sofort angelaufen, unter Aufsicht können die recht gemütlich wirkenden Tiere
gestreichelt werden. Ein Jungtier war total verspielt, es kämpfte mit unserem Sonnenhut und machte
sich über die Kameratasche her. Ansonsten benehmen sich die zahmen Geparden wie größere Hauskatzen,
sie schlecken einem die Hand ab, schnurren und maunzen in relativ hohen Tönen. Erst als es ans
Fressen ging kam wieder das Raubtier durch und es ging etwas wilder zu.
Anschließend fuhren wir auf der Ladefläche in die Freigehege zu den wilden Geparden. In einem
großen mit Fleisch gefüllten Container war das Abendessen enthalten, was die Tiere anlocken sollte.
Nach ein paar Metern kam schon der erste angelaufen. Mit gesenkten Kopf und "bösem" Blick schlich er
um das Fahrzeug. Der Gepard war so aggressiv, das der Lodgebesitzer ihn mit einer Elektroschock-Stange abwehren musste. Diesem Exemplar möchte ich wirklich nicht in freier Wildbahn begegnen.
Nacheinander wurden alle Gehege abgefahren und das Futter verteilt. Es waren schöne Gelegenheiten
Fotos von den Tieren zu schießen und Ihnen beim Fressen zuzuschauen.
Als wir am nächsten Tag aufbrachen, kam der Lodgebesitzer noch einmal mit dem Geländewagen
angefahren, den jungen verspielten Geparden auf dem Beifahrersitz - eine letzte Gelegenheit zum
Streicheln, ich hätte das Tier am liebsten mitgenommen.
Neben den Geparden gibt es noch die schlangenförmigen Phyton-Bäume sowie versteinerte Algen auf
der Farm zu besichtigen. Ein kleiner Rundweg führt von der Farmstraße um einen Hügel, wo die Bäume
verstreut stehen. Nähere Auskünfte erhalten Sie vor Ort.
Ansonsten ist die Otjitotongwe Farm eher klein (es gibt nur 6 Rundhütten) und etwas abseits gelegen.
Es gibt keine Landepiste für Flugzeuge. Die nächst größeren Ortschaften sind Kamanjab und Otjo.
Allerdings macht das gerade das Flair dieser Farm aus. Es gibt keinen Rummel und Massenandrang,
dafür Ruhe und jede Menge African Wildlife.
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