Cape Cross
Am 3. Morgen in Swakopmund brachen wir in Richtung Brandberg auf, mit einem Abstecher zum Cape Cross. Schon von
weitem kündigte sich die Robbenkolonie durch einen beißenden Gestank an. Am Eingang kurz bezahlen und sich fragen
wie die Angestellten das bloß aushalten, ging es weiter an die Küste. Am Parkplatz war es kaum mehr auszuhalten.
Am Anfang sah man von den Meeressäugern überhaupt nichts. Es war nur das Grunzen und Schnaufen der vielen
tausend Robben zu hören, die hinter einer Mauer versteckt lagen. Jenseits der Mauer gibt sich dem Betrachter
jedoch ein schier unfassbares Bild. Tausende und abertausende Robben, sitzend, schlafend, zankend, die Mütter
ihre Jungen säugend, ein einziges Gewimmel und Geschrei von zahllosen in der Sonne blitzenden schwarzen Leibern.
Über einen Film haben wir ausschließlich den Robben gewidmet. Um die Szenerie perfekt zu machen, tauchte draußen
auf dem Meer noch ein südlicher Glattwal auf.
Bei den Tieren handelt es sich um die Zwergpelzrobbe auch Ohrenrobbe oder Seelöwe genannt, ihre Zahl bewegt sich
zwischen 60.000 und 100.000. Werden es zu viele muss mit "Keulen", dem gezielten Töten einiger Tiere, Abhilfe
geschaffen werden. Während dieser Zeiten ist die Robbenkolonie für Besucher gesperrt.
Der eigentliche Namensgeber für diesen Küstenabschnitt, das im Jahre 1486 von dem Portugiesen Diego Cáo hier
aufgestellte Steinkreuz geht neben der Robbenattraktion völlig unter. Die beiden Kreuze die heute vor Ort stehen
sind beides Nachbildungen, das Original ist im Berliner Verkehrsmuseum zu sehen.
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